Naturheilpraktiker werden in der Schweiz: Ausbildung, eidgenössisches Diplom und Registrierungen

Die Schweizer Naturheilkunde hat 2015 einen grossen Schritt gemacht: die Anerkennung eines echten eidgenössischen Diploms. So ist der Weg heute aufgebaut, vom ersten Modul bis zur laufenden Praxis.

Vom Lymon-Team · 2. Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit

Ein offiziell anerkannter Beruf

Im April 2015 hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) die Prüfungsordnung der höheren Fachprüfung für Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker genehmigt, erarbeitet von der OdA AM (der Organisation der Arbeitswelt Alternativmedizin Schweiz). Damit endete ein rund fünfzehnjähriger Prozess: Die Naturheilkunde verfügt nun über einen eidgenössisch anerkannten Titel.

Der Beruf gliedert sich in vier Fachrichtungen: Ayurveda-Medizin, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN).

Der Weg zum eidgenössischen Diplom

  • Die Module M1 bis M6: Sie umfassen Schulmedizin, die gewählte Fachrichtung und die Kompetenzen der Praktikerin oder des Praktikers. Zusammen bestanden, führen sie zum Branchenzertifikat OdA AM, der Zwischenstufe, die bereits für die Registrierungen nützlich ist.
  • Das Modul M7: zwei Jahre begleitete Berufspraxis (Mentorat), in Teilzeit.
  • Die höhere Fachprüfung: Sie verlangt zusätzlich eine Mindesterfahrung (zwei Jahre zu mindestens 50 % oder drei Jahre zu mindestens 30 % in den Jahren vor der Anmeldung). Wer sie besteht, trägt den Titel « Naturheilpraktiker/in mit eidgenössischem Diplom » in der gewählten Fachrichtung.

Rechnen Sie je nach Fachrichtung, Tempo und bereits anerkannten Vorleistungen in der Regel mit vier bis sechs Jahren berufsbegleitender Ausbildung. Eine grosse Investition, die dem Ansehen entspricht, das sich der Beruf erarbeitet hat.

Eidgenössisches Diplom, Branchenzertifikat, Registrierungen: wer macht was?

  • Das eidgenössische Diplom ist der höchste Titel: In der ganzen Schweiz anerkannt, verleiht es Ihrer Praxis dauerhaft Glaubwürdigkeit.
  • Das Branchenzertifikat OdA AM ist die Zwischenstufe nach den Modulen M1 bis M6.
  • Die Registrierungen bei ASCA und EMR bleiben der Schlüssel zur Vergütung durch die Zusatzversicherungen: Diese konsultieren die Versicherer. Diplom und Registrierung ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.

Und nach der Ausbildung?

Dann folgt der klassische Weg zur eigenen Praxis: Registrierung, ZSR-Nummer, Versicherungen, Raum, Verwaltungstools und Sichtbarkeit. Wir haben ihn in unserem Artikel zur Praxiseröffnung in der Schweiz Schritt für Schritt beschrieben.

Quellen

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