Den Preis der eigenen Sitzungen festlegen: die Methode, die trägt

Zu tief, und Ihre Praxis kann nicht leben. Zu hoch ohne Begründung, und die Agenda leert sich. Der richtige Tarif ist weder eine Zahl von der Praxis nebenan noch ein Bauchgefühl: Er ist eine Rechnung, dann eine Positionierung. Hier ist die Methode.

Vom Lymon-Team · 2. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

Schritt 1: die eigenen Betriebskosten kennen

Addieren Sie Ihre tatsächlichen Jahreskosten: Praxismiete, Versicherungen (Haftpflicht, Krankentaggeld), Sozialversicherungsbeiträge, Registrierungen und Weiterbildung, Material und Verbrauchsmaterial, Tools, Buchhaltung. Rechnen Sie das Nettoeinkommen dazu, das Sie zum Leben brauchen. Diese Summe muss Ihre Tätigkeit jedes Jahr erwirtschaften.

Schritt 2: die wirklich verrechenbaren Sitzungen zählen

Das ist die Rechnung, die fast alle falsch machen. Eine Arbeitswoche hat nicht 40 Sitzungen: Da sind Administration, Lücken in der Agenda, Ferien, Weiterbildungen, ruhige Phasen. Ein Therapeut mit Vollpensum verrechnet oft 15 bis 25 Sitzungen pro Woche, an 42 bis 45 Wochen im Jahr. Machen Sie eine ehrliche eigene Schätzung und teilen Sie dann: Jahresbedarf ÷ Anzahl Sitzungen = Ihr Mindesttarif.

Schritt 3: sich im eigenen Markt positionieren

  • Schauen Sie sich die Tarife in Ihrer Region und Ihrer Fachrichtung an, nicht um sie zu kopieren, sondern um Ihre Spanne einzuordnen.
  • Berücksichtigen Sie die Rückerstattung: Für einen versicherten Patienten fühlt sich eine zu 70 % vergütete Sitzung ganz anders an als der angezeigte Tarif. Ihre Registrierung hat einen konkreten Wert.
  • Stehen Sie zu Ihrem Niveau: Erfahrung, Spezialisierung und Rahmen rechtfertigen eine Positionierung. Ein klarer, selbstbewusster Tarif schafft mehr Vertrauen als ein « verhandelbarer ».

Praktiken, die alles vereinfachen

  • Zeigen Sie Ihre Tarife (Website, Buchungsseite): Transparenz verhindert Missverständnisse.
  • Unterscheiden Sie Erstsitzung (oft länger, mit Anamnese) und Folgesitzungen.
  • Überprüfen Sie Ihre Tarife einmal pro Jahr zu einem festen Zeitpunkt, statt « wenn es nicht mehr geht ». Eine moderate, angekündigte Erhöhung kommt viel besser an als ein abrupter Nachholschritt.
  • Vermeiden Sie die Spirale der Dauerrabatte: Ein klar geregeltes Treueprogramm ist besser als Preise nach Gutdünken.

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